Deutschland sucht den Superstar. Sie sind alle weg. Die Nicoles, die angehenden Wetter-Moderatoren, die “Daniel Küblböck”-Verschnitte. Die besten 20 DSDS-Kandidaten, die gestern offiziell dem Publikum präsentiert wurden, sind anders als in den Jahren zuvor. Diesmal blieben die Freaks da, wo sie hingehören: Bei den Castings. Bei den anstehenden Mottoshows gibt es keine schlechten Sänger.
Didi Knobloch konnte nie sonderlich gut singen. Der 22-Jährige hatte andere Qualitäten: Seine Lebensgeschichte. In der letzten Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ rückte der als „Diana“ geborene Kandidat durch einen ganz anderen Wunsch in den Fokus der Aufmerksamkeit, als durch den, Superstar zu werden: Er wollte sich zum Mann umoperieren lassen. Deutschland diskutierte und schloss den Sänger in sein Herz. Auch Stephan Darnstaedt, der pubertierende und ständig heulende Jugendliche, war nicht wegen seiner Gesangsqualitäten in die Mottoshows gekommen.
In jeder Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ hat solche Typen gegeben. Lorenzo (der jetzt „Lori“ heißt) und natürlich Daniel Küblböck gehören dazu. Auch diesmal hätte Jury einige solcher Kandidaten wählen können. Kandidaten, die nicht singen können, aber vom Publikum geliebt würden. Zum Beispiel die dickliche Berliner Grufti-Frau oder der 16-Jährige Ulas – sie wären grandiose Lieblinge gewesen.
Doch diesmal hat RTL alles anders gemacht. Statt die „Freaks“ in die Motto-Show mitzuziehen, hat sich ihnen der Sender lieber in den Castings gewidmet. Böse, sarkastisch, herabwürdigend, aber lustig. Dem Publikum serviert die Jury diesmal ausschließlich Kandidaten, die wirklich das Zeug zum Musikstar haben. Außergewöhnliche Typen gibt es natürlich auch. Mark Medlock oder die „zerbrechliche“ Lauren Talbot. Aber diesmal haben selbst diese Kandidaten irgendwie Qualität. Vielleicht ein Anfang, um das ungeschrieben Gesetz der Serie auszuhebeln, das bisher unumstößlich dazu geführt hat, dass die „Stars“ aus den Mottoshows es nie zu mehr als Eintagsfliegen geschafft haben.
