DSDS: Martin oder Mark?

von u-kult.de Redaktion am 4. Mai 2007
DSDS, das Finale, © RTLDSDS, das Finale. Am Samstag werden wir also wissen, wer die vierte Staffel von “Deutschland sucht den Superstar” gewinnen wird. Aber wer soll denn gewinnen? Teenieschwarm Martin Stosch oder Bohlenschwarm Mark Medlock? Die Meinungen in der u-kult.de-Redaktion gehen da auseinander – David Meiländer und Matthias Pohlmann diskutieren.

 

Habt Mitleid!

von David Meiländer

Martin Stosch ist nicht der beste Kandidat, aber der geeignetste Superstar. Sein Sieg wäre nur fair, Mark Medlock kann später noch genug Geld verdienen.

DSDS, das Finale, © RTLEs gibt Gerüchte, nach denen der Sieger einer Superstars-Staffel sich nie wieder Sorgen um seine finanzielle Zukunft machen muss. Nicht etwa, weil er auf ewig zu tun hätte – Alexander Klaws, Elli und selbst Tobias Regner sieht man heute kaum noch. Jedoch haben sie mit Nummer-Eins-Hits, Konzerten und anderen PR-Aktionen in der kurzen Zeit ihres Ruhms die Chance soviel zu verdienen wie ein Angestellter aus der oberen Mittelschicht in seinem ganzen Leben. Finanziell lukrativ ist der Sieg also allemal, künstlerisch vielleicht weniger.

Mark Medlock kann singen, Mark Medlock ist professioll – das haben wir alle schon gesehen. Auch ohne den Sieg dieser Staffel hat er zumindest die Chance auf eine Zukunft als Musiker. Martin Stosch hat die nicht. Er ist einer dieser farblosen Alexander-Klaws-Verschnitte, die kurz mit ihren blauen Augen überzeugen, für eine große Karriere aber – vielleicht noch – nicht gut genug sind. Ihm würde ein DSDS-Sieg immerhin Geld und ein wenig Ruhm bringen, was er in Zukunft gut gebrauchen könnte. Dazu noch ein paar hübsche Groupies – was will ein 16-Jähriger mehr?

Ihm, dem gesanglich Schwächeren, ist der Sieg zu gönnen. Er, der von dem selbstsicheren Madlock förmlich nur an die Wand gesungen werden kann, hätte diesen Triumph verdient. Ich werde für ihn anrufen und in ein paar Wochen Mark Medlocks CD kaufen. Ein fairer Deal, oder nicht?

 

Habt Erbarmen!

von Matthias Pohlmann

Mark Medlock ist zwar nur der beste verbliebene Kandidat, aber immerhin ist er kein Alexander-Abziehbildchen. Auch wenn seine Musik sich so anhören wird, da er sich im Falle des Sieges ja von Dieter Bohlen produzieren lassen möchte. Mark Medlock hat aber, egal welche Musik er macht, einen Vorteil gegenüber Martin Stosch: Er kann singen.

DSDS, das Finale, © RTLStatt „Terrorkrümel“ gegen „Bohlens Liebling“ in einem spannenden Finale heißt es dieses Mal also Nichtskönner gegen Baladenking. Denn Balladen kann Mark Medlock singen, er könnte also unzählige Coveralben veröffentlichen – Material von Lionel Ritchie, Barry White und Konsorten gibt es ja mehr als genug. Er hat nicht die Bühnenpräsenz von Monrose – aber die waren ja bei einer anderen Castingshow. Er hat nicht die Perfektion von Francisca Urio, aber die haben die DSDS-Zuschauer ja schon vor geraumer Zeit nach Hause geschickt. Und schon gar nicht hat er die Vielseitigkeit von Lisa Bund, die am vergangenen Samstag Martin Stosch den Vortritt lassen musste.

Stosch hatte jetzt seine fünf Minuten Ruhm (zuviel) und schon die Tatsache, dass er überhaupt im Finale mittun darf, spricht Bände über das Format DSDS. Jetzt habt Erbarmen mit allen Über-12-Jährigen und sorgt dafür, dass man mit Nichtskönnen (ok, „Tears in Heaven“ kann er singen, zugegeben) nicht zum zweiten Mal (nach der ersten Staffel) DSDS gewinnt. Klar schaut man da wieder mal neidisch nach Frankreich, wo die letzten vier bis fünf einer „Star Academy“-Ausgabe alle verdiente Sieger/innen wären. Aber den französischen Musikmarkt und die französischen Zuschauer können wir uns ja leider nicht einfach herbeizaubern – also bleibt der einzige Weg, wenigstens halbwegs die Ehre für DSDS in Deutschland zu retten: Wählt Mark Medlock, schickt an diesem Samstag alle Mädchen zwischen neun und zwölf bitte schon um 20 Uhr ins Bett – und nehmt ihnen die Handys weg. Sicherheitshalber.

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