Warum es uns gibt?
“Kultur”, das hat immer noch einen etwas langweiligen Beigeschmack. Bayreuth, Walser, Grass und selbst Harald Schmidt – das ist schwere Kost, aber offenbar das, wofür sich die deutschen Feuilleton-Leser zu interessieren haben. Das war schon immer so und wird immer so sein. Kulturjournalismus hat sich seit Jahrzehnten nicht verändert. Die neuen Medien, wie Fernsehen und auch das Internet, finden zwar Erwähnung, werden aber immer in eine etwas schmuddelige Ecke gestellt – fast jede Woche lesen wir Lobeshymnen auf das Buch und warum es nun doch nicht aussterben wird.
Auch wir mögen Bücher, aber wir glauben auch, dass Fernsehen und Kino zu Unrecht missachtet werden. “Trivial” sind sie jedenfalls nicht mehr. Fernsehserien sind inhaltlich so aufwendig wie nie zuvor und auch das Kino findet langsam einen Weg aus der Actionfilm-Misere. Die Masse freut’s, die Quoten für Fernsehserien steigen und Millionen von Menschen tauschen sich aus über “Jack Bauer”, die “Desperate Houswives” oder “Lost”. Übrigens auch über Sendungen, die nie im deutschen Fernsehen gelaufen sind und trotzdem hierzulande unheimlich bekannt sind. Während deutsche Produzenten überwiegend seichte Unterhaltung herstellen, suchen sich die Deutschen die Produkte im Ausland.
Die Unterhaltung ist zur Kultur, zur Unterhaltungskultur geworden. Und weil niemand in den Feuilletons dieses Landes darüber schreiben will, gründen wir unser eigenes – im Internet.
Und auch beim Thema Musik wird unserer Ansicht nach zu sehr in Kategorien gedacht. U-Musik, E-Musik. Klassik, Pop. Musik soll berühren. Und wenn sie das erreicht, hat sie auf jeden Fall Qualität. Und von solcher Qualität findet sich insbesondere in Frankreich sehr viel – leider wird aus Deutschland viel zu selten, wenn auch steigend, dorthin gesehen. Wir sehen uns also auch ein wenig als “deutschen Außenposten der Frankophonie”.
Wer wir sind
Matthias Pohlmann. Hat seine ersten journalistischen Trippelschritte bei SF-Radio gemacht, war dort zeitweise unter anderem Leitender Redakteur des Newsbereichs und leitete dort die von ihm konzipierte monatliche Radiosendung TVision. Von Kindesbeinen an ist er sehr musikbegeistert – Klavier und Cello sind “seine” Instrumente. Ist von Haus aus Bankkaufmann, Hotelkaufmann und Volljurist, schreibt derzeit neben u-kult.de vor allem auch für das Corona Magazine.
David Meiländer. Er ist mit der Unterhaltungskultur groß geworden. Beim Online-Dienst SF-Radio hat er darüber geschrieben und gesprochen und damit auch seine ersten journalistischen Gehversuche gemacht. Heute versucht er sich als Journalistenschüler, Student und immer mehr als Freier Journalist, vor allem für das Ressort Wirtschaft. Mehr unter: www.davidmailender.de
Franziska Späth ist seit 2011 neu mit im Team und hat mit viel Enthusiasmus zur Wiederbelebung unseres Magazins viel- um nicht zu sagen: alles – beigetragen. Anfangs hinter den Kulissen tätig, sind mittlerweile auch ihre ersten Artikel erschienen, mittelfristig wird sie unsere noch brachliegende Kinosparte mit Leben füllen. Seid gespannt!
Entwicklungen
Im November 2006 ging u-kult.de als “Das Portal zur Unterhaltungskultur” an den Start und war klar auf die Besprechung von TV-Serien als Schwerpunkt der Seite ausgerichtet. Schon im Januar 2007 kam die Sparte “Musik” dazu, die zunächst auch im Layout vom Rest abgesetzt war. Mehr und mehr zeigte sich, dass sich unsere Musikbesprechungen zu “Instant Hits” entwickelten und so wurde diese Sparte zunächst gleichberechtigt neben den anderen Sparten weiter geführt – mittlerweile liegt hier sogar der Schwerpunkt der Seite. Mittlerweile ist u-kult.de ein Begleiter jeglicher Art von Kultur – insbesondere Musicals haben sich hier als Spezialität heraus gestellt, so dass die Seite im Rahmen eines umfassenden Relaunchs seit November 2007 auch von ihrer Namensgebung an die neuen Realitäten angepasst wurde und seitdem als “Das Internet-Feuilleton” firmiert – alle Artikel aus dem vorigen Layout wurden dazu portiert, auch um den Preis einiger Layoutschwierigkeiten.
Seit März 2009 gibt es uns auch zu hören – mit dem (u-)Kultradio, das über laut.fm, einem Teil von Deutschlands größtem Musikportal laut.de, betrieben wird und dort schon große Anfangserfolge in Bezug auf die Hörerzahlen feiern konnte.